Samstag, 5. Januar 2008 - Besuch des Kernkraftwerks
Isar/Ohu
Am
Samstag, den 5. Januar 2008, besuchten 9 Mitglieder und
Gäste des Akademischen Zirkels die Kernkraftwerke Isar
I und Isar II, deren Naturzug-Nasskühlturm schon von
weiten zu sehen war. 
Nach
einer Einführung in die grundlegende Technik der
Gewinnung von elektrischer Energie mittels Kernenergie,
wurde uns die in den Blöcken Isar I und Isar II
eingesetzten Reaktortypen, Siedewasser- und
Druckwasserreaktor, eingehend erläutert. Bereits zu
diesem Zeitpunkt ergaben sich viele Fragen, z.B. zur
Urangewinnung, Wiederaufbereitung oder Zwischenlagerung,
die alle durch unseren Betreuer, einen langjährigen
Mitarbeiter beider Kraftwerke, kompetent beantwortet
wurden. Im
Anschluss konnten wir das Kraftwerk Isar II besichtigen,
den neueren und größeren Block. Auf folgendem Bild ist
die Gruppe des Akademischen Zirkels vor der
Hochdruck-Stufe der Turbine zu sehen, in der Dampf von
64,3 auf 11,3 bar expandiert wird. Zusammen mit den drei
dahinter folgendenden parallelen Niederdruckstufen wird
ein Generator angetrieben, der 1500 MW elektrische
Leistung liefert.
Beeindruckt
von der Größe der Anlage stellte sich jedoch auch die
Frage der Anlagensicherheit, die im Folgenden intensiv
diskutiert wurde. Insbesondere wurden
technisch-physikalische Unterschiede zu Atomkraftwerken
vom Typ Tschernobyl sowie die vorgeschriebenen
Redundanzen besprochen. Im weiteren Verlauf ergab sich
eine längere, äußerst interessante Diskussion um
europäische Verbundnetze sowie die deutsche und
europäische Energiepolitik, so dass unser Besuch
wesentlich länger als geplant dauerte und wir
anschließend erst mit einiger Verspätung die Heimreise
antreten konnten.
Montag, 4. Februar 2008 - Skiausflug
In den frühen
Morgenstunden des 03. Februar 2008 machte sich eine
Gruppe schneesportbegeisterter Mitglieder des
Akademischen Zirkels auf den Weg in das am österreichischen
Achensee gelegene Skigebiet Christlum.
Nach einer kurzen Stärkung
mit frischen Faschingskrapfen ging es bei besten
Schneeverhältnissen mit Ski und Snowboard „aufi
auf’n Berg“. Die Pisten waren optimal präpariert
und – wohl aufgrund diverser Faschingsfeiern am
Vorabend – nicht von zu vielen anderen Gästen gesäumt.
Erst nachdem wir fast jede
Piste – gleich ob blauer, roter oder schwarzer
Schwierigkeitsgrad – einmal gemeistert und unsere Spur
auch in einen unberührten Tiefschnee-Hang gezogen
hatten, holten wir aus zum Einkehrschwung in die Gföll-Alm.
Dort konnte auf der Terrasse neben isotonisch-hopfigen
Erfrischungsgetränken ausgiebig Sonne getankt werden,
so dass der oder die ein oder andere den Start zur
Nachmittagsrunde zunächst noch ein wenig nach hinten
verlegten, um sich dann jedoch umso impulsiver ins
Schneevergnügen zu stürzen.

Alle hatten ihre Sportgeräte
bestens unter Kontrolle und wagten nach dem
Nachmittags-Tee auch die schwierige Nordhang-Abfahrt.
Bei der Ankunft im Tal
musste die Gruppe feststellen, dass für ein
berauschendes Apres-Ski-Faschingstreiben nicht mehr genügend
Kraftreserven vorhanden waren, so dass man nach einem
schönen und gelungenen Tag zufrieden die Heimreise
antrat.
Freitag, 14. März 2008 - Werksführung
BMW München und Besuch der BMW Welt
Am 14. April folgten zahlreiche
Mitglieder und Freunde des Akademischen Zirkels der
Einladung zur Besichtigungen der BWM Welt in München.
Beeindruckt von der nahezu unglaublichen Architektur des
erst kürzlich eröffneten Auslieferungszentrums,
starteten die Teilnehmer zur Besichtigung des BMW Werks,
das unmittelbar nebenan liegt. Die zentrale Lage der
Fabrik-Gebäude in München stellt die Firma an diesem
Standort vor fertigungstechnische und logistische
Herausforderungen, deren Meisterung der Gruppe in
kurzweiliger Art und Weise im Laufe der kompetent
gestalteten Führung erläutert wurden. Nach Ende der
Besichtigung des Ausstellungszentrums auf eigene Faust
nutzten einige Teilnehmer die Möglichkeit den Abend in
einer Münchner Traditionsgaststätte ausklingen zu
lassen.
Freitag, 9. Mai, bis Montag, 12. Mai
2008 - Symposion
in Essen
Das Symposion 2008 führte
uns nach Essen, die Kulturhauptstadt Europas 2010.
Nach individueller
Anreise am 9. Mai 2008 trafen sich die Teilnehmer im
Duisburger Hafen, um in einer Rundfahrt auf dem Wasser
den größten Binnenhafen der Welt zu besichtigen. Das
hervorragende Sommerwetter ermöglichte uns die
Rundfahrt auf dem Achterdeck des Ausflugsbootes zu genießen
und uns den Flair des Ruhrgebiets zum ersten Mal „um
die Nase wehen zu lassen“.
Nachdem wir in unserem
gemütlichen Hotel eingecheckt hatten begaben wir uns
zum gemeinsamen Abendessen in eine Essener Hausbrauerei.
Der Abend wurde dann in einer benachbarten Bar
abgeschlossen.
Den zweiten Tag des
Symposions eröffnete der Besuch der Villa Hügel, dem
Familiensitz der Krupp-Dynastie. Die eindrucksvolle
Anlage gleicht typischen Schlössern und lässt den
Wohlstand der frühen Industriemagnaten erahnen. In
einer Führung durch das Innere der Villa erfuhren die
Teilnehmer über die Architektur des Hauses, des
Gartens, die Familienmitglieder der Krupps und deren
Funktionen im Unternehmen. Die Ausstellung in der Villa
beschäftigt sich mit der Entwicklung des Stahlwerks
seit seiner Gründung.
Nach einem ausgiebigen
Mittagessen im griechischen Restaurant „Hügolos“,
dem Stammlokal der hiesigen Fußballlegende Otto Rehagel,
besichtigten wir die Zeche Zollverein, die uns durch
einen ehemaligen Bergmann näher gebracht wurde. Das
Industriedenkmal beeindruckt durch seine ausführliche
Ausstellung, die einen Einblick in das tägliche Leben
der Bergleute im Untertagebergbau gibt. Die zum
Weltkulturerbe erhobene Anlage erstreckt sich über ein
weitläufiges Gelände im Essener Stadtgebiet und war
einer der größten Arbeitgeber zur Hochzeit der
Stahlindustrie.
Den Abend verbrachten wir
im „Centro“ Oberhausen, einem Kulturzentrum mit
Restaurants, Bars, Bühnen und Diskotheken, wo wir in
das legendäre Nachtleben im Ruhrgebiet schnuppern
konnten..
Ein gemütliches Frühstück
am Sonntagmorgen eröffnete den dritten Tag des
Symposions 2008, der uns zu Beginn mit einer
Stadtrundfahrt zu allen wichtigen Sehenswürdigkeiten
Essens führte. Hierbei wurde uns insbesondere der
Wandel der Industriestadt hin zum Dienstleistungszentrum
verdeutlicht.
Nachmittags stand der
Besuch der Wohnsiedlung „Margarethenhöhe“, einer
von der Krupp-Familie ins Leben gerufenen Einrichtung,
auf dem Programm. Eine Bewohnerin der Siedlung führte
uns sehr engagiert durch das Viertel und erlaubte uns
einen Einblick in das beschauliche, kleinbürgerliche
Quartier inmitten einer Industriestadt.
Den Abschluss des
Symposion umfasste der Besuch des Kabaretts von Dr.
Ludger Stratmann, einer Ikone des Ruhrpott-Humors, der
seinen Beruf als Mediziner an den Nagel hängte um sich
der Komik zu widmen. Mit diesem letzten Programmpunkt
war das Symposion in Essen beendet.
Wir bedanken uns sehr herzlich bei unseren Kölner
Mitgliedern, die ein rundum perfekt organisiertes
Symposion auf die Beine stellten und freuen uns auf ein
ebenso erfolgreiches Symposion im Jahre 2009!
Sonntag, 29. Juni 2008, Besuch des
Dokumentationszentrums Obersalzberg
Am 29.
Juni 2008 besuchte der Akademische Zirkel die
Dokumentation Obersalzberg im landschaftlich sehr
reizvollen Berchtesgaden. Der Obersalzberg war seit 1923
Hitlers Feriendomizil und wurde ab 1933 zum zweiten
Regierungssitz neben Berlin ausgebaut. Seit dem Abzug
der amerikanischen Bündnispartner wird auf dem Gelände
seit 1999 die Dauerausstellung über die Geschichte des
Obersalzbergs und des Ortes, sowie der zentralen
Erscheinungsformen der NS-Diktatur gezeigt.
Die
Ausstellung ist hierfür sehr klar gegliedert und führt
den Besucher über drei Stockwerke von oben nach unten.
Den Anfang der Dokumentation macht die heile Welt der
Propaganda, der Führerkult und die Beschaulichkeit der
oberbayrischen Alpen, die nicht nur als Kulisse für
Staatsbesuche und Konferenzen missbraucht wurde, sondern
auch als Wohn- und Erholungsgebiet der NS-Bonzen diente.
Auf der mittleren Etage wird die „Volksgemeinschaft“
des NS-Staats mit der zwangsweisen Erfassung aller Bürger
in Verbänden und Organisationen dargestellt. Porträts
der damaligen Reichsführung und somit der Paladine
Hitlers geben einen umfangreichen Einblick in die
aufgebaute und in Gang gebrachte Todes-Maschinerie des
Regimes. Auf der untersten Etage der Ausstellung begibt
sich der Besucher dann in die Niederungen des wahren
Antlitz der Diktatur: Zivile und militärische Opfer des
Krieges, Opfer von Deportation und Verfolgung und nicht
zuletzt die Katastrophe des Holocaust. Auch der
gescheiterte Widerstand gegen den Nationalsozialismus
wird thematisiert.
Am Ende
der Ausstellung führt ein direkter Zugang in die Bunker
unter dem Obersalzberg. Die Anlage unterstreicht die in
der Ausstellung gewonnenen Eindrücke mit seiner Düsterheit
und der engen, kalten Feuchte des unteririschen Baus. Im
Rahmen unserer Führung über das Gelände konnten wir
darüber hinaus in einer Begehung auch den Standort des
damaligen Berghofs besichtigen und vor Ort den Sinn oder
Unsinn des neueröffneten 5-Sterne-Hotels in
unmittelbarer Nachbarschaft diskutieren.
Freitag, 11. Juli, bis Sonntag, 13.
Juli 2008 - Teilnahme am Kirchheimer Dorffest
Vom 11. bis 13. Juli 2008 fand
erneut das Kirchheimer Dorffest statt und auch dieses
Mal war der Akademische Zirkel mit seinem beliebten Kölsch-Stand
mit von der Partie. Trotz perfekter Vorbereitung, geübten
Schankkellnern und dem hervorragenden Früh-Kölsch
konnten wir den Bierausstoß gegenüber den Vorjahren
leider nicht halten, geschweige denn erhöhen: Das
Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung und
wegen des anhaltenden Dauerregens blieben viele Festgäste
lieber zu Hause. Lediglich am Samstag war stabiles
Sommerwetter prognostiziert und die Wetterfrösche
hatten sich nicht geirrt! Mit dem guten Wetter kamen
auch die Kölsch-Freunde an unsere Bude und so erlebten
wir zumindest einen gut besuchten Abend.
Auch wenn wir auf dem Dorffest 2008
nicht an die Erfolge der Vorjahre anknüpfen konnten
wird uns das Fest in guter Erinnerung bleiben. Nicht nur
die Erheiterung über die Gerüchte der Renitenz gegen
die Ordnungsmacht mit all ihren Facetten, sondern auch
das gute Verhältnis zur Gemeindeverwaltung machten das
Dorffest zu einem schönen Erlebnis. Somit werden wir
auch im nächsten Jahr wieder vertreten sein und hoffen
auf ein besseres Wetter im Juli 2009!
Dienstag, 9. September 2008
Am 9.
September 2008 machte sich ein kleines Häuflein
Akademiker, überwiegend aus dem nicht-bayerischen
Ausland auf den Weg ins Ballhausforum nach Unterschleißheim,
ein Stück bayerisch-österreichischer Kulturgeschichte
kennen zu lernen. Den Watzmann!
Der
Watzmann ist einer der Berge im bayerisch-österreichischen
Grenzgebiet in der Nähe von Berchtesgaden und ist mit
2713 Metern das zweit-höchste Gebirgsmassiv
Deutschlands. In vielen Statistiken zu Bergunglücken
steht der Watzmann auf einem der führenden Plätze.
Vielleicht wurde er deshalb auch als Schauplatz und
Namenspatron für ein mundartliches Musical gewählt.
Das
Kultstück „Der Watzmann ruft“ von Wolfgang
Ambros, Manfred
Tauchen und Joesi
Prokopetz geht eigenen Angaben zu Folge auf einen
feucht-fröhlichen Abend zurück, an dem die Künstler
die Idee gebaren, ein eigenes Musical zu schreiben. Das
resultierende Werk passt sehr gut in das
gesellschaftskritische Repertoire der Musiker, denn es
beschreibt das ewige Gerufen-Sein vom bösen Berg, von
den Männern, die aus Imponiersucht „auffi“ wollen
und oft ihr Leben lassen müssen - und sei es nur in den
Fängen einer Frau.
Geschrieben
wurde das Stück 1972 von Manfred Tauchen als
Bergbauerndrama-Parodie und von W. Ambros zu Liedtexten
von J. Prokopetz vertont. Es lief als erstes als Life-Hörspiel
im ORF. Die erste Bühnenaufführung fand bei den Wiener
Festwochen 1972. 1974 entstand die erste
Schallplattenversion. Durch zahlreiche Tourneen und
Neuinszenierungen hat das Musical inzwischen auch in
Bayern Kultcharakter und unzählige Fans gewonnen. Ein
kleines Grüppchen davon hat uns Akademikern leider den
Kulturgenuss mit andauernden Zwischenrufen ein wenig
vermiest.
Die
nicht ganz ernst gemeinte Handlung beschreibt das
Schicksal eines Bergbauern, seines Sohnes, seiner
Knechte und Mägde. Auf den Menschen lastet eine
„unheimliche, nicht greifbare Furcht“ vor dem Berg.
Der Berg lockt sie, ihn zu besteigen, es ist so „als
ob er sie manchmal rufen würde“. Doch wer den
Verlockungen erliegt, läuft Gefahr sein Leben zu
verlieren, denn „der Berg, der kennt koa Einsehn nit“.
Auch
der Sohn des Bauern, der „Bua“, vernimmt den Ruf.
Zusätzlich trifft er die Gailtalerin, die ihm sexuelle
Versprechungen macht für den Fall, dass er den Berg für
sie bezwingen werde. Und so kommt es, dass der Sohn „auffi“
geht und dabei abstürzt. Das Stück endet damit, dass
der Vater einen Monat nach dem Unfall die Stimme seines
toten Kindes hört, die ihn dazu bringt, ebenfalls den
Watzmann zu besteigen (Quelle: wikipedia).
Als
Fazit bleibt festzuhalten, dass wir einen vergnüglichen
Abend verbracht haben und unsere Bildungslücke auffüllen
konnten. Die etwas oberflächlich und häufig
sexistische Handlung (gell Szilvia) konnte nicht darüber
hinwegtäuschen, dass die Autoren durchaus hintergründige
Absichten verfolgten. Der spritzige Musikmix aus Rock
und alpiner Folklore sowie die witzigen Textpassagen
konnten uns am laufenden Band erheitern. Das Original
mit Wolfgang Ambros war sicherlich einen Besuch wert.
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