Samstag,
28.
Februar 2004 - Führung durch das
Nationaltheater
Samstag,
6.
März 2004 - Hans Liberg "TaTaTaTa",
Prinzregententheater
Sonntag,
14.
März 2004 - "Der Ring der Nibelungen"
Richard Wagners „Der Ring der Nibelungen“, ein
Meilenstein und Mammutwerk der deutschen Musikhistorie,
gastierte am 14. März 2004 in der Münchner
Philharmonie.
Das
ausgewählte „akademische“ Publikum musste aber
nicht tagelang Sitzfleisch beweisen, den nach einem nur
vierstündigen Abend war man mit dem Ring in seiner
Gänze vertraut.
Der kulturell Bewanderte riecht hier vielleicht den
Betrug am „unerfahrenen“, um nicht zu sagen dummen
Publikum.
Dem ist aber Entschieden entgegenzutreten, denn „Der
Ring an 1 Abend“ ist eine, bis dato oftmals in
München und Salzburg aufgeführte Einführung in
Wagners Götterwelt.
Im Jahre
1992 lud Klaus Schulz, der auch durch den Abend führte,
Loriot an das Nationaltheater Mannheim um eben diese
Einführung in den Ring zu verfassen.
Die
gewitzten Ausführungen Loriots wurden mit Auszügen aus
„Der Ring der Nibelungen“ unterbrochen, um dem
Publikum nicht nur den bloßen Inhalt näher zu bringen,
sondern auch die musikalische, akustische Gewalt Wagners
Schaffens hörbar zu machen.
Dazu trugen in bester Münchner-Symphoniker-Manier eben
diese unter der Leitung von Heiko Mathias Förster bei.
Wolfgang Neuman (Siegmund/Siegfried), Thomas Gazheli
(Alberich/Gunther), Peter Klaveness (Hagen), Helmut
Pampuch (Mime/Loge), Wolfgang Probst (Wotan/Wanderer),
Janice Dixon (Sieglinde), Evelyn Herlitzius (Brünnhilde),
Ann-Kathrin Naidu (Fricka, Waltraude) und Karin Süß,
Silvia Fichtl und Annegeer Stumphius (3 Rheintöchter)
gaben den jeweiligen Figuren ihre Stimme.
Zum
großen Finale am Ende eines gelungenen Abends ließ es
sich der Verfasser Loriot, der in den Jahren zuvor
selbst durch den Abend führte, nicht nehmen auch noch
vor das begeisterte Publikum zu treten.
Freitag,
7.
Mai, bis Sonntag, 9.Mai 2004 - Symposion in Würzburg
Röntgen-Museum
Nach unserer Ankunft in Würzburg
begannen wir das umfangreiche Programm des Symposions
mit einem Besuch der Röntgen-Gedenkstätte in einem
Gebäude der jetzigen Fachhochschule Würzburg. Ein Videofilm gab eine Einführung
in die Gedenkstätte, das Leben Wilhelm Conrad Röntgens
und dessen Arbeit. Dabei zeigte eine Computeranimation
die Entstehung der nach dem Entdecker benannten
Röntgenstrahlen am damaligen Versuch. Die Gedenkstätte selbst beherbergt
das Original-Labor, in dem die zuerst „X-Strahlen“
genannten Strahlen entdeckt wurden. Neben einer
Ausstellung von Originalen und Nachbauten der damals
benutzen Geräte Röntgens wird hier insbesondere der
Entdeckungsversuch dokumentiert. In zwei weiteren
Räumen werden zahlreiche persönliche Gegenstände,
Urkunden und Röhren aus dem Besitz von Wilhelm Conrad
Röntgen ausgestellt. Röntgen wurde im Jahre 1845 in
Remscheid geboren und folgte 1888, nach dem Studium des
Maschinenbauwesens in Zürich und der Habilitation in
Straßburg, einem Ruf an die
Julius-Maximilian-Universität Würzburg. Hier lehrte er
als Ordinarius der Experimentalphysik und wurde 1894
Rektor der Universität.
Am Abend des 8. November 1895
erfolgte die Entdeckung Röntgens der später nach ihm
benannten Strahlen, welche er am 23. Januar 1896 in
einem Vortrag vor der Physikalisch-Medizinischen
Gesellschaft zu Würzburg präsentierte. Im Anschluss an
diesen Vortrag entstand auch die in der Gedenkstätte
ausgestellte X-Strahlen-Aufnahme der Hand des anwesenden
Anatomen Geheimrat v. Kölliker. Nachdem die
bahnbrechende Entdeckung Röntgens für die
Naturwissenschaften, die Technik und insbesondere die
Medizin publik wurde, fand seine Arbeit breite
Anerkennung und Würdigung. Röntgen verzichtete
bemerkenswerter Weise darauf Patentschutz zu
beanspruchen, was eine verbreitete Anwendung seiner
Entdeckung ermöglichte. Im Jahre 1901 wurde Röntgen
von der Königlich-Schwedischen Akademie der
Wissenschaften mit dem ersten Nobelpreis für Physik
ausgezeichnet, wobei dies wohl die herausragendste aus
110 Auszeichnungen ist, welche ihm zu Lebzeiten zuteil
wurden. Wilhelm
Conrad Röntgen verstarb im Jahre 1923 in München.
Stadtrundfahrt und Residenzbesichtigung
Nachdem die meisten Teilnehmer aus
allen Teilen der Republik (Köln, Stuttgart, München,
Augsburg, Wolfsburg…) den Weg in die Würzburger
Innenstadt zum Bahnhof gefunden hatten, konnte es mit
unserem zweiten Programmpunkt der Stadtrundfahrt mit
anschließender Residenzbesichtigung losgehen.
Leider fand diese, nicht wie
eigentlich erwartet, mit einer Straßenbahn sondern in
einem großen Gelenkbus der Stadtwerke statt. Das war
aber weiter nicht tragisch, da es ohnehin unaufhörlich
regnete und durch die nassen und beschlagenen Scheiben
die Umgebung nur schemenhaft zu erahnen war. Unsere Tour
führte uns vom Busbahnhof an der zuvor besichtigten
Röntgengedächtnisstätte vorbei über die
Friedensbrücke zur Ludwigsbrücke und weiter an einen
kurzen Halt mit Aussicht auf die Festung Marienberg.
Unser weiterer Weg führte uns an der neuen Universität
vorbei zum Dom. Nach Besichtigung des Domes und der
Marienkapelle machten wir einen kurzen Abstecher zum
Grab von Walther von der Vogelweide. Nach kurzem
Fußmarsch durch die Innenstadt ging es dann mit dem Bus
weiter zur Residenz. Dort haben wir zunächst die ganz
rechts im Gebäude befindliche Hofkirche besichtigt um
anschließend an einer Führung durch die Residenz
teilzunehmen.
Residenz
Im Anschluss an die Stadtrundfahrt
folgte der Besuch der fürstbischöflichen Residenz. In
einer Führung durch das im 2. Weltkrieg teilweise
zerstörte und wiederaufgebaute Barockschloss erfuhren
die Mitglieder des Akademischen Zirkel über die
Geschichte und die Architektur des Gebäudes. Den Auftrag zum Bau der Residenz
erhielt der Baumeister Balthasar Neumann im Jahre 1720
vom damaligen Würzburger Fürstbischof Johann Philipp
von Schönborn.
Die dem Protokoll zum Empfang hoher
Gäste entsprechende Raumfolge des Mittelbaus ist
weitgehend im Original erhalten, da die von Neumann
geschaffenen, steinernen und statisch raffinierten
Gewölbe den Fliegerangriffen des 16. März 1945
standhielten. So führte die Führung vom Vestibül
durch den Gartensaal in das Treppenhaus, um nach der
Besichtigung des Weißen Saals im Kaisersaal zu enden.
Das Vestibül, ein im
frühklassizistischen Stil geschmückter weiter Saal in
den offizieller Besuch mit der Kutsche einfahren konnte,
stellte den Ausgangspunkt der Führung dar. Der
Gartensaal schließt sich direkt an den stützenlose
Saal des Vestibüls an und öffnet sich zum
dahinterliegenden Hofgarten.
Vom Vestibül gelangt man gemäss
der offiziellen Raumfolge in das Treppenhaus. Dieses
wurde 1752-1753 von Giovanni Battista Tiepolo mit dem größten
zusammenhängenden Deckenfresko überhaupt
geschmückt. Das Fresko stellt die vier damals bekannten
Erdteile Europa, Asien, Afrika und Amerika dar, während
im Zentrum des Gemäldes ein vom Himmel herabsteigender
Apoll, welcher von Putten und Horen begleitet wird,
steht. Auf die farbige Wirkung des
Treppenhauses folgt der von Antonio Bossi geschaffene Weiße
Saal. Dieser lebt von einer bewegungsreichen
monochromen Stuckierung.
Der folgende Kaisersaal bildet den
wiederum farbenfrohen Höhepunkt der Raumfolge. Neben
verschiedenen Gemälden an den Seitenwänden steht das
Deckenfresko im Mittelpunkt. Auf ihm wird die Geschichte
des Fürstbistums dargestellt. Besonders interessant ist
hierbei die dreidimensionale Gestaltung der im Fresko
dargestellten Wolken und eines Beines, die aus dem
eigentlichen Bild „herausragen“ indem sie plastisch
stuckiert in das Bild eingearbeitet wurden. Somit
verschmelzen die gemalte und reale Räumlichkeit des
Freskos in beeindruckender Weise. Vom
Kaisersaal aus sind die Prunkappartements des Kaisers
und der Kaiserin zu erreichen. Die Teilnehmer des
Symposions konnten diese nach der Führung selbständig
durchwandern und vor allem die beeindruckenden
Wandteppiche bestaunen.
Samstag, 12.
Juni 2004 - Stadtführung München
An diesem Samstagnachmittag trafen
sich zwölf Mitglieder des Akademischen Zirkels auf dem
Münchner Marienplatz, um bei einer extra für den
Akademischen Zirkel gebuchten Stadtführung des
Veranstalters STATTREISEN MÜNCHEN teilzunehmen. Ziel
der Veranstaltung sollte sein, sowohl den gebürtigen
Münchner-Mitgliedern als auch den „Zuagroasten“ und
Gästen aus anderen Städten die „Weltstadt mit
Herz“ näher zu bringen.
Nach einer kurzen Einführung
in die mittelalterliche Historie „Munichens“, der
Stadt zu den Mönchen, ging es dann getreu dem Motto
„Streifzug durch die Münchner Altstadt“ zu den
verschiedensten Plätzen und Sehenswürdigkeiten der
Isar-Metropole. Den Startpunkt markierte das im zweiten
Weltkrieg fast gänzlich zerstörte Alte Rathaus, dessen
Turm erst anlässlich der Olympischen Sommerspiele 1972
wieder aufgebaut wurde. Weiter ging es über den
Viktualienmarkt, um einen hervorragenden Ausblick auf
Münchens älteste Kirche, den Alten Peter, und auf die
Heilig Geist Stift Kirche zu haben. Ganz in der Nähe
erfuhren wir dann, dass in dem rekonstruierten Teil der
alten Stadtmauer des ersten Stadtrings auch heute noch
wie schon vor langer Zeit die Metzger der Stadt ihre
Waren (zum Teil mehrere hundert verschiedene
Wurstsorten) feilbieten. Anschließend führte uns der
Weg über den Marienplatz vorbei am Neuen Rathaus mit
seiner gotischen Fassade nach belgischem Vorbild hin zum
Wahrzeichen Münchens, der Frauenkirche. Um den in nur
20-jähriger Bauzeit von den Münchner Bürgern –
teilweise mit päpstlicher Hilfe in Form eines
Generalablasses – errichteten Dom ranken so manche
Gerüchte: sei es um die Herkunft und den symbolischen
Charakter der „welschen Hauben“, als auch jenen
ominösen „Teufelstritt“ im Foyer der Kirche „zu
unserer lieben Mutter“. Kein Gerücht ist jedoch, dass
die hauptsächlich verbauten Lehm-Backsteine ganz in der
Umgebung gewonnen (Berg am Laim) und auf dem Weg in die
Stadt gebrannt (Haidhausen) wurden. Warum jedoch einer
der zwei Türme nur 99, der andere hingegen 100 Meter
hoch ist, konnte die ansonsten kundige Stadtführerin
nicht beantworten.
Bei unserem Stadtrundgang durch die
Altstadt, blieb uns aber auch nicht die neue und moderne
Seite Münchens verborgen. Durch die „Fünf Höfe“
gelangten wir schließlich auf den Odeonsplatz. Dort
erfuhren wir Näheres über die Theatinerkirche, die
Feldherrnhalle und die Ludwigstraße. Im Anschluss ging
es durch die Höfe der Residenz, dem Wohnsitz der
bayerischen Könige aus dem Haus der Wittelsbacher, auf
den Max-Joseph-Platz. Das dort befindliche
Nationaltheater hat schon viel erlebt: einen großen
Brand gleich nach Fertigstellung, der von den Münchnern
in Ermangelung von Löschwasser mit Bier aus dem nahe
gelegenen Hofbräuhaus gelöscht wurde; diverse
Uraufführungen von Wagner-Opern; aber auch einen
einsamen König Ludwig II., der das Theater für
einzelne Aufführungen schließen ließ, um sich ganz
allein dem Bann der Musik hinzugeben. Nach einem kurzen
Spaziergang über die teuerste Einkaufsstraße
Münchens, der Maximiliansstraße, ging es schließlich
zum Platz’l, wo der wohl berühmteste Biertempel in
Form des Münchner Hofbräuhauses steht. Doch ließen
wir die dargebotenen Schmankerl links liegen und machten
uns auf den Weg zum Alten Hof und dem alten Schreibhaus
Münchens, welches heute als das wohl älteste im
Originalzustand erhaltene Gebäude der Stadt gilt. Nach
über zwei Stunden Fußmarsch beendeten wir schließlich
unseren Spaziergang durch die Altstadt am Ausgangspunkt
unserer Reise in die Vergangenheit Münchens – am
Alten Rathaus vor der Skulpturen-Kopie der Julia aus
Verona.
Samstag, 12. Juni 2004 -
Besuch der Zauberwochen im Unterton:
"META MAGICUM - Witze, Wunder, Wissenschaft"
Am Samstagabend, den
12.06.2004 begaben sich zehn Mitglieder des Akademischen Zirkel auf
einen interaktiven Streifzug durch eine Welt irgendwo zwischen
Quantenphysik und Kartentricks. In Jörg Maurer’s Unterton präsentierten
Thomas Fraps (Diplomphysiker und Experte für
Wahrnehmungspsychologie) und Pit Hartling (Magier des Jahres 1997
und Vizeweltmeister der Kartenkunst) ihr Premierenprogramm „META
MAGICUM - Witze, Wunder, Wissenschaft“.
Als langjährige
Mitglieder der Close-up-Zaubertruppe „Die Fertigen Finger“
scheinen sie nun eine neue Sparte der Zauberkunst erfunden zu haben,
ohne es selbst bemerkt zu haben. Das eigenartige Konzept der
Verbindung von Zauberkunst mit Philosophie, Wissenschaft und einer
Mischung aus Comedy, Theater und Kabarett geht dabei voll auf, da es
gut ausgeführte Illusions-Kunst mit der echten anspruchsvollen
Denk-Welt der Anwesenden verknüpft. Je nachdem wie es um die
eigenen Kenntnisse der Materie und des entsprechenden Jargons steht,
kann man über die Wortwitzigkeit in Verbindung mit der gezeigten
Zauberei mehr oder weniger lachen – mach einer verpasst da auch
mal gern den Einsatz. Die Rollenverteilung auf der Bühne ist klar
geregelt: Thomas Fraps als der anleitende allwissende Lehrmeister,
Pit Hartling als der experimentierende unerfahrene Schüler, der
unter Anleitung seines Großmeisters zu wahrlich erstaunlichen
Forschungsergebnissen kommt. Eine wahrlich magische Kombination!
Samstag,
14. Juli 2004
- Besuch
des Kabarett im Theater Drehleier
„
... kleines Lied mit witzigem, satirischem oder pikantem
Inhalt, der häufig auf aktuelle [politische] Ereignisse
Bezug nimmt.“ So
beschreibt der Duden das Couplet und das war auch das
einzige, was ich vorab über „Pressack Royal“ mit
der Couplet AG am 14. Juli in der Drehleier wußte. Nein
nicht ganz, denn in der Einladung des Akademischen
Zirkels war irgend etwas von bayerischer Mundart zu
lesen. Also stand bayerisches Musikkabarett auf dem
Programm.
Voller Spannung verließ ich den
Sommerempfang der Handwerkskammer, der einem politischen
Streichelzoo glich und eilte in die Rosenheimer Str.
123, denn gegen 20:30 sollte dort der Funpark Bayern
seine Pforten öffnen, der in einigen Programmen auch
als „Stoiber-Erlebnispark“ angekündigt war.
Gespannt wartete ich darauf, dass jetzt die hohen Tiere,
denen ich vorhin noch das Pfötchen reichen durfte,
kräftig durch den Kakao gezogen werden. Aber statt
Seitenhieben auf unsere bajuwarischen Spitzenpolitiker
erwartete den Besucher zunächst ein geistig verwirrter
Rentner ehe die Wahlveranstaltung des Wurmannsquicker
Landtagsabgeordneten begann - eine niveaulosen
Diffamierung unsere werten Volksvertreter. Auch die
anschließenden Golfplatzplaudereien der Frau Bauch,
Ihres Zeichens Metzgergattin zu Wurmannsquick gaben den
Besuchern zwar einen informativen Einblick in das Leben
der Hautevolee in der bedeutenden niederbayerischen
Gemeinde Wurmannsquick, aber von Spitzenpolitik keine
Spur. Noch bedeutungsloser dann der Streit zwischen dem
ehrenhaften Vorstand des Wurmannsquicker Trachtenvereins
und der wilden Square-Dance-Queen, die dem Verein die
Heimat, sprich das Vereinslokal genommen hat. Zurück zu
den Höhen der Politik, musste eine arme
Wohnungsgenossin erfahren, dass sie in eine
Parteiversammlung der SPD geraten war, auf der gerade
die Angliederung an die CSU diskutiert wurde. Nach der
Pause gab´s dann das Steuersparmodell „Beamtenpatenschaft“,
im Mittelpunkt der redliche Verwaltungsangestellte Herr
Nowotny. Ein Druidenworkshop, der Moses aus dem
Vilstal und die Wallfahrt zur heiligen Karin nach
Wolfratshausen waren weitere Geschichten aus dem
weiß-blauen Wunderland, die die Künstler zum Besten
gaben. Große Politik fand sich aber zumeist nur in den
Fußnoten.
Insgesamt
wurde uns Besuchern also eine Reihe ganz netter,
durchaus unterhaltsamer
Episoden geboten, die allerdings recht
zusammenhangslos aneinander gereiht waren – oder, wie
einige Besucher meinten: Es fehlte der rote Faden ...
Samstag,
11. September, bis Sonntag, 12.
September 2004
- Zwei Tages Wanderung in den Bayerischen Alpen
Am
11. September trafen sich einige Mitglieder des akademischen Zirkels
zum nun mehr schon traditionell gewordenen Wandertag.
Dieses
Jahr hatten sich die Organisatoren etwas Besonderes einfallen lassen
und einen zweitägigen Wandertag geplant. Er sollte die Teilnehmer
weg vom immer mehr in Mode kommenden Alpintourismus mit
angegliedertem SPA-Bereich und zurück zu den Wurzeln des alpinen
Bergwanderns führen.
Voll
Tatendrang trafen sich die Teilnehmer Samstagmorgens, um gemeinsam
mit dem Kirchheimer Gemeindebus Richtung Parkplatz Spitzingsattel
(1127 m) zu fahren, welcher den Ausgangspunkt der Wanderung
darstellte.
Nach
einer beherzten und 45 minütigen Fahrt wurde der Startpunkt
erreicht und umgehend mit dem Aufstieg begonnen. Da es an diesem Tag
auch Petrus gut mit uns meinte, konnte man bei warmen und trockenen
Bedingungen die erste Etappe in Angriff nehmen.
Nach
etwa einer Stunde Anstieg wurde die Schönfeldhütte (1410 m)
erreicht, welche zum verweilen einlud. Die Pause wurde auch umgehend
genützt um die angegriffenen Energiespeicher wieder aufzufüllen.
Frisch gestärkt machte man sich dann auf zum Anstieg zur oberen
Maxlrainer Alm (1500 m), welche als kurze Zwischenstation genutzt
wurde, bevor der Schlussanstieg zum Taubensteinhaus (1556 m)in
Angriff genommen wurde.
Auf
dem weg zur Taubensteinhütte spaltete sich die Berggesellschaft in
zwei Gruppen auf. Ein Teil begab sich auf direktem Weg zum
Taubensteinhaus, welches uns auch als Nachtquartier dienen sollte,
während vier Mitglieder noch die Erklimmung der Rotwand (1884 m) in
Angriff nahmen, von wo aus man das wunderbare Panorama der
oberbayerischen Voralpenwelt bewundern kann.
Wieder
vereint auf der Taubensteinhütte bezog man dann das gemeinsame
Matratzenlager, welches wegen seiner doch etwas spartanischen
Gestaltung einige Mitglieder doch etwas nachdenklich stimmte.
Aufgrund des schönen Wetters konnte man dem Abendessen nach
draußen verlegen und genoss das wohlverdiente Bier bei einem
herrlichen Sonnenuntergang. Zu späterer Stunde verlegte man dann
den Ort des Geschehens in die Gaststube der Hütte und verlebte
einen sehr geselligen Hüttenabend.
Kurz
nach Mitternacht war es dann Zeit zum schlafen und die müden
Wanderer zogen sich ins Matratzenlager zurück. Dort verlebte der
Großteil der Wanderer eine ruhige Nacht und die etwas unerfahrenen
Bergsteiger eine kurze Nacht, da eine Übernachtung in einem
Matratzenlager doch eine etwas ungewohnte und unkomfortable
Situation für sie darstellte.
Am
nächsten Morgen war für die Teilnehmer gegen sieben Uhr die Nacht
zu Ende und in der Gaststube erwartete uns ein reichhaltiges
Frühstück und frischer Kaffee. Dies erweckte die Lebensgeister
aller zu neuem Leben. Allerdings verhinderte der über Nacht
eingesetzte und nicht enden wollende Regen weiter Gipfelstürme. So
beschloss man im Laufe des Vormittags abzusteigen und früher als
geplant nach Hause zurückzukehren.
Somit
fand ein sehr schöner und lustiger Wandertag leider ein
verfrühtes, aber auch zum Glück ein verletzungsfreies Ende.
Vielen
Dank an dieser Stelle auch noch mal an unsere beiden
„Bergführer“ und Organisatoren Stefan Hamberger und Michael
Seitz. In
diesem Sinne „Berg Heil!“ und hoffentlich bis zum nächsten
Jahr.
Montag, 20. September
2004 - Besuch des Oktoberfestes
Am 20. September lud der
Akademische Zirkel wieder auf das Münchner Oktoberfest ein. Einige
Mitglieder folgten der Einladung und fanden sich im Laufe des
frühen Abends in der Schützen Festhalle ein, wo dank unseres
Mitglieds Stefan Wagner für uns Jahr ein Tisch im Hauptschiff des
Zelts reserviert. Somit befand man sich mitten im Geschehen und
ließ sich das gute Essen und einige Maß Bier schmecken. Leider
fand der gesellige und amüsante Abend gegen 22.30 ein viel zu
frühes Ende, was dann einige Mitglieder zum Anlass nahmen sich noch
in das Münchner Nachtleben zu stürzen.
Rückblickend kann man
sagen, das alle nicht anwesenden Mitglieder einen sehr schönen
Wiesn-Abend verpasst haben und die Vorfreude auf das nächste Mal
Zirkel-Wiesn bei den Teilnehmern schon wieder da ist.
Freitag, 22.
Oktober 2004
- Vortragsabend des Akademischen Zirkels
Am Freitag, den 22.10.2004
veranstaltete der Akademische Zirkel erstmals für seine Mitglieder
einen Vortragsabend im alten Feuerwehrhaus in Heimstetten. Drei
Mitglieder referierten über drei äußerst unterschiedliche
Themengebiete aus ihrem Interessenbereich.
Zuerst erklärte Tobias Kling die
Entstehungsgeschichte und den Inhalt der neuen Europäischen
Verfassung. Darin wird die Grundlage der Europäischen Union
erstmals nicht auf ein Flickwerk verschiedenster unübersichtlicher
Verträge, sondern auf ein in sich abgeschlossenes Regelwerk gestützt.
Unglücklich gewählt ist dabei aber der Aufbau des
Verfassungstextes: nach der Präambel folgen vier Teile mit den
Institutionen und Kompetenzen, dem Grundrechtskatalog, der
Organisationsstruktur und schließlich diversen Übergangsvorschriften.
Den Abschluss bilden zahllose Protokolle mit etlichen
Ausnahmeregelungen, so dass der Verfassung letztendlich doch nicht
die intendierte Transparenz zuteil wird. Ob die vor dem Hintergrund
der Osterweiterung notwendig gewordenen Neuerungen – wie die
Anpassung des Gesetzgebungsverfahrens, die Reduzierung der Anzahl
von Rechtsinstrumenten der Union, die Spezifizierung der Zuständigkeiten
oder die Etablierung eines europäischen Außenministers als
Sprachrohr der Union – tatsächlich zur erwünschten Vereinfachung
und Steigerung der Effizienz in der Europäischen Union führen,
bleibt abzuwarten. Auch wenn die Union jetzt ein ausgewogenes
institutionelles System darstellen soll, so ist zu befürchten, dass
dem durchschnittlichen Unionsbürger diese Systematik doch
verschlossen bleiben wird.
Dominik Antoni erläuterte im
Anschluss die rationelle Energienutzung durch innovative Verfahren
bei der Bierwürzezubereitung. Durch den Brauereibesuch anlässlich
des Symposions 2003 in Brüssel, konnten einige Zuhörer bereits auf
Vorwissen zur Bierherstellung zurückgreifen. Betrachtet man nun den
Energiehaushalt einer Brauerei, so stellt man fest, dass die meiste
Energie (fast 50 Prozent) für die Würzezubereitung aufgewendet
werden muss. Daher liegt es nahe, gerade in diesem Bereich neue
rationelle Herstellungsverfahren zu entwickeln. Die Würzekochung
dient im wesentlichen dem Lösen der Hopfenstoffe, den Entfernen
unerwünschter Aromastoffe, der Einstellung der gewünschten Stammwürze
mittels Wasserverdampfung, dem Bilden von Aromastoffen und schließlich
der Sterilisation. Im Laufe der Zeit hat man verschiedene
Kochsysteme entwickelt, immer mit dem Ziel, bei gleich bleibender
Bierqualität den Energiebedarf zu reduzieren. Das gängigste
Verfahren stellt der Innenkocher dar. Vergleicht man den Innenkocher
mit dem modernsten System der Vakuumverdampfung (2002), so kann die
Verdampfung als größte Energie-Verbrauchergruppe um ca. 35 Prozent
reduziert werden. Der Gesamtwärmebedarf der Brauerei kann damit um
fast 15 Prozent gesenkt werden. Angesichts hoher Rohstoffpreise und
dem kommenden Immissionshandel eine lohnende Investition.
Den
Abschluss des Vortragsabends bildete Christian Gärtner, der anlässlich
des Todes des Autors und Philosophen Jacques Derrida über den
Einfluss des Derridaschen Dekonstruktivismus auf die
Organisationstheorie referierte. Ein Erklärung oder Definition, was
unter Dekonstruktion zu verstehen ist, kann es nicht geben, da es
lediglich ein Versuch wäre zu beschreiben, was es gerade nicht ist.
Und dabei wären wir in Mitten der Dekonstruktion und ihrer
Ursprungslosigkeit! Es geht also um das eingeschlossene
Ausgeschlossene: jedem Begriff kann nur ein entsprechender Inhalt
zugeordnet werden, wenn gleichzeitig erklärt wird, was er nicht
bedeutet. Die These wird erst durch die Anti-These überhaupt zur
These. Die Dekonstruktion hat daher auch ihren Einfluss auf die
Organisationstheorie. Wissenschaft und Organisationen sollten einen
wachen Blick dafür haben, was ausgeschlossen wird – denn nur,
weil es (vorläufig) ausgeschlossen wurde, heißt das nicht, dass es
nicht auch (nachträglich) ein re-entry erfahren könnte. Am
Beispiel der Innovation bedeutet dies, dass das was als Innovation
bezeichnet wird lediglich eine Feststellung von Bedeutungen ist,
wobei der Sinn in der Handhabung des Neuen als Neues erzeugt wird.
Damit ist die Bedeutung in gewissem Sinne abwesend. „So kommt es,
dass Abwesende zugegen und, was man kaum in Worte fassen kann, Tote
lebendig sind“ (Cicero).
Sonntag, 11. Dezember 2004 - Besuch einer Lesung Charlotte Roche &
Christoph Maria Herbst "Penisverletzungen bei
Masturbation mit Staubsaugern"
„Penisverletzung
bei Masturbation mit Staubsaugern“ dies ist der Titel einer real
existierenden Doktorarbeit der Technischen Universität München aus
dem Jahre 1978.
Diese
wissenschaftliche Erhebung wurde im Lustspielhaus, München, in Auszügen
von Charlotte Roche und Christoph Maria Herbst verlesen.
Doch mit einer
Lesung, die schon allein Ekel, durchaus aber auch Staunen und
Heiterkeit hervorrief, war es nicht genug.
Auf der Bühne
wurde das „Objekt der Begierde“, der Kobold, ein Staubsauger mit
einem lediglich 11 cm langen Ansaugstutzen präsentiert, der zu den
in der Doktorarbeit erfassten Fällen der Penisverletzung führte.
Der von den
Verletzten geschilderte Unfallhergang in der Notaufnahme zeigt,
welche Auswüchse Phantasie annehmen kann, wenn man in Erklärungsnöte
kommt.
So wollte ein älterer
Herr lediglich die Probleme mit seinem Ischias lindern, indem er
sich mit dem Staubsauger massiert…
Ein andere wollte
lediglich sein Auto saugen und geriet dabei mit seinem Penis in…
Nicht zu verachten,
die detaillierten Krankengeschichten, die so manchem (insb. männlichen)
Besucher ein schmerzerfülltes Gesicht bescherten.
Doch was sind all
die Worte und der Kobold, kann man sich das wirklich so lebhaft
vorstellen?
Um die letzten
Zweifel auszuräumen wurden Bilder der betroffenen Körperregion
gezeigt, da entfuhr so manch schmerzverzerrtem Gesicht noch das
dazugehörende „ahhhh“…
Letztlich wurde
aufgrund der Doktorarbeit der Kobold vom Markt genommen.
Wollen wir aber
nicht vergessen, dass uns der Kobold, Charlotte Roche und Christoph
Maria Herbst einen amüsanten und kurzweiligen Abend bereitet haben.
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