Donnerstag, 3.April 2003 - Besuch der Pinakothek der Moderne
Am 03. April 2003 besuchte der Akademische Zirkel die
Pinakothek der Moderne in München. Der Anfang 2003
eingeweihte Bau beherbergt die Sammlung moderner Kunst
des 20. und 21. Jahrhunderts. Die ständige Ausstellung
zeigt Arbeiten aus den Bereichen Kunst, Architektur,
Grafik und Design. Unser Besuch beschränkte sich
aufgrund der umfangreichen Sammlung, die an einem Tag
kaum besichtigt werden kann, auf die Malerei und Plastik
des 20. Jahrhunderts, sowie das Designmuseum.
Im Bereich der Kunst ist eine Trennung der
Ausstellung in drei Zeiträume erkennbar. Die sogenannte
klassische Moderne wird u.a. durch Ernst Ludwig Kirchner
und Emil Nolde vertreten. Joseph Beuys, Georg Baselitz
und Andy Warhol sind als Vertreter der bildenden Kunst
ab 1950 zu nennen. Künstler wie Rineke Dijkstra und
Alexander Birchler vertreten neben anderen die
Gegenwartskunst. Zu Beginn des Besuchs gab uns eine
Mitarbeiterin der Pinakothek einen Einblick in die
Analyse kubistischer Malerei. Anhand des Werkes von
Georges Braque wurde uns der Unterschied zwischen der
analytischen Komposition des Kubismus und der
synthetischen Sichtweise der Collage erklärt. Mit
dieser Hilfestellung für die Betrachtung moderner Kunst
konnten wir dann selbst die ständige Ausstellung
durchwandern. Mit Werken der Brücke, des Blauen Reiter
und Max Beckmanns bietet die Ausstellung einen
beeindruckenden Einblick in die expressionistische
Malerei. Auch dem Stil des Surrealismus, u.a. vertreten
durch Salvador Dali und Max Ernst, wird ein großer Teil
der Ausstellung gewidmet. Die Designsammlung zeigt einen
umfangreichen Bestand an angewandter Kunst. So werden
nicht nur Beispiele aus dem Automobildesign, sondern
auch Computer und Möbel aus verschiedenen
?Design-Epochen? gezeigt. Leider war es uns aus
Zeitmangel nicht möglich die gesamte Ausstellung der
Pinakothek der Moderne zu besichtigen. Beim abschließenden
Cappuccino im Cafe der Pinakothek waren sich die
Teilnehmer dieser Veranstaltung deshalb einig, dass ein
erneuter Besuch angesetzt werden sollte um die restliche
Ausstellung ebenfalls zu sehen.
Freitag, 2. Mai 2003 - Besuch der Ausstellung
"Carl Spitzweg - Reisen und Wandern in Europa und der Glückliche Winkel" im Haus der Kunst
Am Freitag den 2. Mai
2003 besuchten wir die Ausstellung "Carl Spitzweg - Reisen und Wandern in Europa und der Glückliche
Winkel" im Haus der Kunst. Das Bild links zeigt ein Selbstbildnis von Carl
Spitzweg in Öl auf Holz, welches um1835 entstand. Carl Spitzweg (1808-1885)
unternahm von seiner Heimatstadt München aus viele Reisen. Diese Reisen führten
ihn durch das heimatliche Oberbayern, aber auch nach Österreich, in die
Schweiz, nach Italien und auch nach Frankreich, England und Schweiz. Die
Auswirkungen dieser Reisen auf seine malerische Tätigkeit konnten wir in
dieser Ausstellung leicht nachvollziehen. Neben Landschaftsbildern, die auf
diesen Reisen entstanden, waren große Themen für Spitzweg aber auch
"Reisen in die Phantasie", Soldaten-Bilder, "poetische
Nachtlandschaften" und in seiner Spätphase Zimmerbilder.
In dieser Ausstellung
konnten wir einen repräsentativen Ausschnitt seines Lebenswerkes betrachten.
Besonders gefielen uns die Bilder, die die Stadt München oder Landschaften in
Bayern darstellen. Aber auch seine feine, hintergründige Art Kritik zu üben
(in seinen Soldaten-Bildern) gefiel uns sehr. Rechts ist das Bild "Mädchen
im Gebirge (Sennerin mit Kopflast - Sennerin in der Waldschlucht Heimkehr von
der Alm)" zu sehen, welches um 1860/65 entstand.
Im Anschluss an den
Besuch der Ausstellung ließen wir den Abend gemütlich in einem Biergarten in
der Münchner Innenstadt ausklingen.
Donnerstag, 15.
Mai, bis Sonntag, 18. Mai 2003 - 2.
Symposion in Brüssel

Die Exkursionsgruppe
mit RD Dr. Thomas Gruber auf der Terrasse der Vertretung des Freistaates Bayern
bei der Europäischen Union.

Während
der Betriebsbesichtigung bei der Brauerei "Belle-Vue".
Freitag, 04. Juli
2003 - "Le nozze
di Figaro", Inszenierung der Bayerischen Theaterakademie
Am Freitag, den 04. Juli besuchten wir die
Oper “Le nozze di Figaro” im Muenchener Prinzregententheater. Die
Inszenierung der Bayerischen Theaterakademie wurde musikalisch vom Georgischen
Kammerorchester Ingolstadt begleitet, das unter der Leitung von Ulrich Nicolai
stand. Auf den ersten Blick wirkte die Raumaufteilung etwas ungewoehnlich, da
sich die Buehne zwischen Publikum und Orchester befand. Diese Naehe zum
Publikum stellte hoechste Anforderungen an die schauspielerische Leistung der
jungen Kuenstler, die diese Herausforderung in erstaunlicher Perfektion
meisterten. Obwohl die Stimmgewalt einiger Kuenstler im Vergleich zu aelteren
Kollegen noch nicht voellig ausgepraegt war, machten die Dynamik und
Emotionalitaet der Inszenierung den Abend zu einem wahren Genuss.
Samstag, 05. Juli
2003 - "Carmen"
an der Freilichtbühne am Roten Tor, Augsburg
Am Samstag
den 05.07.2003 besuchten 4 Mitglieder des Akademischen Zirkels die Aufführung
von Georges Bizets "Carmen", die an der Freilichtbühne des Theaters
Augsburgs vor der beeindruckenden Kulisse der ehemaligen Wehranlagen am Roten
Tor stattfand.
Die im Jahr
1875 in Paris uraufgeführte Opéra Comique des französischen Komponisten
stand unter musikalischen Leitung von Rudolf Piehlmayer, und forderte neben dem
Einsatz des Philharmonischen Orchesters auch das Mitwirken sämtlicher Chöre,
Ballett-Gruppen und Statisten des Theaters Augsburg. Darüber hinaus beteiligte
sich die Albert-Greiner-Singschule und das Gymnasiums St. Stephan mit je einem
Kinderchor, sowie der Reit-Club Augsburg mit seinen Pferden.
Die
Inszenierung von Jörg Fallheier lebte insbesondere von den in französischer
Sprache gesungenen Stücken, während die Dialoge hingegen in deutscher Sprache
gehalten wurden. Insgesamt hätte die Oper der Thematik und Dramatik des
spanischen Stierkampfs entsprechend durchaus noch temperamentvoller inszeniert
werden können. Ein besonderes Glanzlicht der Aufführung waren die
Darbietungen von Daniel Magdal, der die tragische Hauptfigur des Don José verkörperte,
sowie des Augsburger Publikumslieblings Katerina Sokolová-Rauer, die das verführerische
Bauernmädchen Micaëla darstellte. Andrea Baker als Carmen konnte zwar
stimmlich voll überzeugen, allerdings blieb sie schauspielerisch hinter den
Erwartungen an eine temperamentvolle spanische Zigeunerin zurück.
Nicht
zuletzt dank des guten sommerlichen Wetters, der eindrucksvollen historischen
Kulisse und dem enormen Aufgebot an Mitwirkenden war es ein gelungener
Opern-Abend an der Freilichtbühne des Theaters Augsburg.
Samstag, 13. September
2003 - Wanderung in den
Tegernseer Bergen
Am Samstag, den 13. September 2003 machten sich einige
Mitglieder auf zu einem Wandertag durch die Tegernseer Bergwelt. Frühmorgens traf man sich an einem durchaus schon
herbstlich kühlen Tag mit dem allseits bekannten und eingeplanten akademischen
Viertel am Münchner Hauptbahnhof.
Mit der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) ging es dann - bei
planmäßiger Abfahrt - in Richtung Zielort "Tegernsee", von wo aus
die Wanderung ihren Lauf nahm. Nach einem
ersten ca. eineinhalbstündigem Aufstieg wurde die Neureuthalm (1284 m)
erreicht, von der aus man einen wunderschönen Blick ins Tegernseer Tal genießen
kann. Kurzerhand beschloss man dort ein verfrühtes, aber dennoch mundendes
Mittagessen einzunehmen, um die ersten konditionellen Tiefpunkte zu kurieren. Ein plötzlicher Regenguss zwang zu einem etwas längerem
Verweilen, was der Stimmung aber keinen Abriss tat.
Nachdem sich die das Wetter wieder beruhigt hatte, machte
man sich auf die zweite Etappe. Die auf 1246 m gelegene Gindelalm wurde nach
weiteren eineinhalb Stunden Wanderung in schönster Natur erreicht. Die
windstill gelegene Terrasse mit Blick Richtung Schlierseer Bergwelt und die
herbstliche Sonne luden zum Bleiben ein. Nach kurzer
Rast wurde es aber dennoch Zeit sich auf das dritte Teilstück zu begeben, da
uns von den Alm-Leuten keine günstige Wetterprognose gestellt wurde.
Dies bekamen wir auf dem gut einstündigen Weg zur
Kreuzberg Alm (1223 m) nasser Weise zu spüren. Auf der überdachten Terrasse
wurde auf die Langsameren der Gruppe gewartet, um sich gemeinsam auf den
Abstieg machen zu können. Die Wartezeit wurde mit einer deftigen Brotzeit verkürzt. In nunmehr strömendem Regen machten wir uns schließlich
auf den Weg ins Tal. Treffpunkt sollte das Tegernseer Bräustüberl sein, in
dem man den sportlichen und naturverbundenen Tag bei einem gemütlichen
Abendessen und dem ein oder anderen Bier ausklingen ließ. Gegen
22.00 Uhr wurde dann die Rückfahrt nach München angetreten. Ohne
Verletzungen oder gar Ausfälle ist dieser Wandertag zu Ende gegangen, mögen
es folgende auch!
In diesem Sinne "Berg Heil!" und bis nächstes
Jahr.
Donnerstag, 30. September
2003 - Besuch des Münchner
Oktoberfestes
Für den 30.September lud der Akademische
Zirkel seine Mitglieder zu einem Besuch des Münchner Oktoberfestes ein. Einige
folgten der Einladung und fanden sich im Laufe des Nachmittags an den
reservierten Tischen auf der Galerie der Schützen-Festhalle ein. Zur zünftigen
Musik wurden diverse halbe Hendl und einige Maß Bier vertilgt und die gute
Stimmung hielt trotz Tanzverbot auf der Galerie bis zum Schließen des Zeltes
um 22.30 Uhr an. Im Laufe des Abends gelang es den Anwesenden ein weiteres
Mitglied für den Akademischen Zirkel zu akquirieren.
Samstag, 18. Oktober 2003
- Fahrt zum Museum auf dem
Reichsparteitagsgelände in Nürnberg
Am 18. Oktober
2003 besuchten wir das Reichsparteitagsgelände
in Nürnberg. Abfahrt war
bereits um 8.00 Uhr, damit noch genügend Zeit für ein ausgiebiges Weißwurstfrühstück
in der Münchner Innenstadt bleibt. Mit dem von der Gemeinde
Kirchheim-Heimstetten ausgeliehenen Bus fuhren wir dann nach Nürnberg, wo wir
gegen 11.30 ankamen.
Die Führung über
das Reichsparteitagsgelände führte von Norden nach Süden und endete im
Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände mit der Ausstellung
„Faszination und Gewalt“. Die
erste Station der Führung war der sogenannte Luitpoldhain. In dieser nun
wieder parkähnlichen Anlage fand jährlich das Totengedenken der
Nationalsozialisten vor dem Ehrenmal der im 1. Weltkrieg gefallenen Soldaten
statt. Anhand von Photos aus der damaligen Zeit wurde die gegenüber des
Ehrenmals liegende Tribüne veranschaulicht. Vom dritten Bestandteil der in der
NS-Zeit sogenannten Luitpoldarena, der Luitpoldhalle, sind heute nur noch die
Treppen zum Eingang erhalten.
Die
Kongresshalle, der größte erhaltene NS-Bau überhaupt, bildete die zweite
Station der Führung. Insbesondere der Innenraum der nie fertiggestellten Halle
beeindruckte durch seine gewaltigen Ausmaße. Die an das Kolosseum in Rom
erinnernde Fassade wurde ebenso näher erläutert wie der Arkadengang. Heute
beherbergt die Kongresshalle u. a. das im Jahre 2001 eröffnete
Dokumentationszentrum. Über
den Platz vor der Kongresshalle führte der Weg weiter über die Grosse Strasse
zu der Stelle, wo das Deutsche Stadion hätte entstehen sollen. Die
Realisierung des für 400.000 Besucher geplanten Stadions kam aufgrund des
Kriegsausbruchs 1939 und baulicher Probleme nicht über den Aushub der Baugrube
hinaus.
Die Station „Märzfeld“
wurde wiederum anhand von Photos veranschaulicht. Das Gelände, auf dem heute
der Stadtteil Nürnberg-Langwasser steht, wurde zur Vorführung militärischer
Manöver und Kriegsspiele bei den Reichsparteitagen genutzt. Das
heutige Frankenstadion, damals „Städtisches Stadion“, wurde im Rahmen der
Reichsparteitage für Aufmärsche der Hitler Jugend genutzt. Heute ist wegen
der mehrmaligen Umbauarbeiten nichts mehr von dem ursprünglich in der Weimarer
Republik mit einem Architekturpreis ausgezeichneten Stadion zu erkennen.
Die letzte
Station der Führung war das Zeppelinfeld. Während der Reichsparteitage wurde
hier der sogenannte Lichtdom durch nach oben strahlende Flakscheinwerfer
arrangiert. Mit über 300.000 Teilnehmern in dieser Arena wurde die
Volksgemeinschaft durch die Inszenierung der Massen beschworen. Die einzige
erhaltene Aufmarscharena des Dritten Reiches mit Tribüne bot auch nach
Kriegsende noch die Kulisse für verschiedene Veranstaltungen. Den
Abschluss des Aufenthaltes auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände, welches
der Stadt Nürnberg heute u. a. als Volksfestplatz dient, bildete der Besuch
der Ausstellung „Faszination und Gewalt“ im der Kongresshalle
angeschlossenen Museum. Hier wird nicht nur das Gelände an sich dargestellt,
sondern auch die Geschichte der NSDAP, des Dritten Reiches und die nach
Kriegsende abgehaltenen Nürnberger Prozesse illustriert.
Nach einem
gemeinsamen Abendessen in der Nürnberger Innenstadt machten wir uns wieder auf
den Weg zurück nach München, wo wir gegen 20.00 Uhr ankamen.
Freitag, 7. November 2003
- Besuch von "Alf Poier"
im Lustspielhaus München
Hauptsach’, Hauptsach’ – Alf Poiers Mitsubishi
Am 7.11. „wagten“ sich vier Zirkel-Mitglieder zum
Kabarett-Programm des Gewinners des deutschen Kleinkunstpreises 2000 ins Münchener
Lustspielhaus. Zwei von den vieren wussten nicht, was sie erwarten sollte:
obskure Objekte und krakelige Zeichnungen, philosophisches Allerlei und
brachiale Hardrocknummern, hektisches Rumgefuchtel und schauspielerisches Können.
Dennoch bzw. gerade deswegen genossen wir die verbalen und visuellen
Leckerbissen des österreichischen Grand-Prix-Teilnehmers. Allen
Nicht-Anwesenden seien ein paar Kostproben gereicht. Mit Sprüchen wie: „In
Hawaii ist ein Vulkan ausgebrochen – ich hab gar nicht mitbekommen, dass sie
einen eingesperrt hatten“, über zwei in sich gespiegelte Albino-Kängurus
bis hin zur Erklärung, was eine Parallelwelt ist: „Ich weiß es nicht und
wenn ich es wüsste, dann wäre es keine mehr“ waren kollektive Lachanfälle
gesichert. Auf jeden Fall war klar, dass Alf Poier Humor im Blut hat. Einige
Fragen – wie z.B.: Was will uns der Künstler damit sagen? Oder: Warum ist
die Muku-muku so furchteinflößend? – blieben zwar offen, aber immerhin
wissen wir jetzt, warum man einen Hut aufsetzen soll, wenn man in einem
Ameisenhaufen stochert….
Auf die Was-soll-das-Frage gab Poier in einem Interview folgende Antwort: „Bei
mir kommen auch im Kabarett immer mehr Leute, von denen ich glaube, sie
verstehen die Grundessenz dessen, was ich mache, überhaupt nicht. Aber es ist
mir egal“. Wen das noch nicht überzeugt, dem bleibt die poier’sche Antwort-Empfehlung
auf die Warum-Frage: „Hauptsach’, Hauptsach’ – und dann schauen, wie
der Gegenüber drauf reagiert.“ Dass die knapp zwei Stunden Programm aber
nicht nur totalen Nonsens beinhalteten, soll an dieser Stelle doch noch betont
werden. Poier will die Zuhörer verwirren, so dass sie anfangen nachzudenken:
Über sich, ihren Lebensweg und den Stand ihrer Suche auf dem Weg zum
Mitsubishi: „Die Konfusion soll dazu dienen, dass niemand
sagen kann: ‚Mia san mia’ und ‚So ist es’. Weil für diese Wahrheit
darf man ja dann kämpfen und Menschen erschießen. Es wird ja kein Krieg geführt,
weil jemand glaubt, dass er Unrecht hat, sondern weil er glaubt, dass nur er
Recht hat“. So gingen wir also verwirrt, aber zufrieden und v.a. friedlich
nach Hause – und das ist doch die Hauptsache.
Samstag, 8. November 2003
- Ordentliche
Mitgliederversammlung
Sonntag, 21. Dezember 2003
- Besuch der Lesung der
"Heiligen Nacht" von Ludwig Thoma im Prinzregententheater
Drei Tage
vor Heiligabend begaben sich fünf Mitglieder des Akademischen Zirkels mit
ihren Begleitungen in das Prinzregententheater zu München, um sich auf das
bevorstehende Weihnachtsfest mit traditioneller bayerischer Dichtkunst
einstimmen zu lassen. Höhepunkt des Abends war selbstverständlich die Lesung
der „Heiligen Nacht“ von Ludwig Thoma.
Der beliebte Volksschauspieler und Sänger
Gerd Fitz, auch bekannt aus dem Singspiel am Nockherberg, und seine Tochter
Katharina begannen der Abend im Wechsel mit Lesungen diverser Geschichten aus
den Federn bayerischer Dichter, die sich rund um das Weihnachtsfest mit all
seinen Seiten drehen. Nach der Pause begann dann die Lesung der „Heiligen
Nacht“ von Ludwig Thoma durch Gerd Fitz. Ludwig Thoma ist einer der
bedeutendsten bayerischen Epiker seiner Zeit. 1867 in Oberammergau als Sohn
eines Försters geboren und 1921 in Rottach/Tegernsee verstorben, erfreut sich
Thoma gerade wegen seinen gesellschaftskritisch-satirischen Texte großer
Beliebtheit. Nach seiner Tätigkeit als Rechtsanwalt war er Redakteur der
Zeitschrift „Simplicissimus“ und danach freier Schriftsteller. Die
„Heilige Nacht“ nach Thoma zählt zu den schönsten und bekanntesten
bayerischen Weihnachtsgeschichten und ist eine Nachdichtung des
Weihnachtsgeschehens nach Lukas. Die Handlung
seiner Strophen hat Thoma in seine eigene Heimat verlegt, in der die heilige
Familie sind. Nazareth ist ein kleines Dorf in Oberbayern, Joseph ein armer,
braver Schreiner, der mit seiner schwangeren Frau Maria nach Bethlehem zieht,
wo der Heiland geboren werden soll. Doch überall treffen sie auf die
Hartherzigkeit der Reichen. Dank der klaren, warmherzigen Sprache hat dieser
Klassiker bis heute nichts von seiner feierlichen Andacht verloren.
Musikalisch
umrahmt wurden die Lesungen von dem Zitherspieler Herbert Lagler, der
Jetzendorfer Prielbergmusi und dem Wildschönauer Dreigesang.
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